31. Januar 2011
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Neuer Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
TLZ/Frank Döbert interviewt Roland Jahn: Herr Jahn, herzlichen Glückwunsch aus Ihrer Heimatstadt Jena. Was bedeutet dieses Amt für Sie? Für mich ist es eine persönliche Genugtuung daran zu denken, dass ehemalige Jenaer Stasi-Offiziere heute die Zeitung aus den Briefkasten holen und lesen können, dass ich der "Herr der Stasi-Akten" geworden bin. Die Stasi in Jena hat mein Leben geprägt. Man hat mich von der Uni entfernt, ins Gefängnis geworfen, in Knebelketten aus der Heimatstadt weggebracht und meinen Eltern für Jahre den Sohn genommen. Wie sehen Sie Ihre Aufgabe in der Behörde im Hinblick auf die Aufarbeitung der DDR-Diktatur? Die Berufung meiner Person sehe ich als ein klares Signal gegen das Vergessen, für die weitere Aufarbeitung der Diktatur. Ich stehe mit meiner Person für die Aufklärung. Je besser begriffen wird, wie die SED-Diktatur funktionierte, desto besser lässt sich unsere heutige Gesellschaft gestalten. Was heißt das für den Umgang mit den Tätern von damals? Zugleich bin ich aber für eine differenzierte Betrachtung von Täterbiografien. Ich bin ein Mensch, der sich dafür einsetzt, dass ihnen zugehört wird. Voraussetzung aber ist, dass sie sich ihrer Biografie stellen und Verantwortung übernehmen.
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