Bischof Lehmann sieht die Kirche in der DDR als Raum einer Gegenwelt zur sonst in allen gesellschaftlichen Bereichen anzutreffenden SED-Ideologie, in der auch der Staatssicherheit keine große Einflussnahme gelungen ist. Das Verhältnis zwischen Kirchenvertretern und Machthabern beschreibt der Bischof mit "politischer Abstinenz" oder "loyaler Distanz".
Bischof Wanke verwies auf die Auseinandersetzung zwischen Kirche und SED-Diktatur in Fragen der Abtreibungsgesetzgebung und der Jugendweihe. Der Anteil der katholischen Kirche an der Friedlichen Revolution wird von ihm allerdings als geringfügig eingeschätzt. Erstaunlich war allerdings der hohe Prozentsatz der Protestanten und Katholiken, die sich Anfang 1990 politisch engagierten.
Heute drängt der Erfurter Bischof darauf, mehr missionarischen Elan und einen neuen Stil bei der Verbreitung der Frohen Botschaft zu entwickeln.