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Aktivitäten
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Zur Eröffnung konnten viele Gäste begrüßt werden |
Ausstellung in HeiligenstadtGroßes Interesse bei der Eröffnung Von der Villa-Combo mit drei Instrumentalstücken umrahmt, wurde in der Villa Lampe die Ausstellung "Hugo Dornhofer - Unbeugsamer Demokrat in zwei Diktaturen" eröffnet. Zugegen waren dabei neben interessierten Jugendlichen und Erwachsenen Angehörige der Familie Dornhofer, unter ihnen Schwester Magdalena aus Niederorschel, eine Tochter Hugo Dornhofers. Auch Ministerpräsident a.D. Dieter Althaus war der Einladung ins Jugendhaus gefolgt.
Nach der Begrüßung durch Villa-Leiter Thomas Holzborn begrüßte Dornhofers Urenkelin Claudia Heber die Anwesenden stellvertretend für den Geschäftsführer der Hugo-Dornhofer-Stiftung Bernhard Schauer, der die Ausstellung inhaltlich konzipiert und zusammengestellt hatte und wegen Erkrankung verhindert war.
Thomas Heddergott von der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft berichtete von den eindrücklichen Begegnungen mit dem Sohn Ignaz Dornhofer, der vor neun Jahren tödlich verunglückte. Angereichert durch Zitate aus den Tagebüchern Hugo Dornhofers, skizzierte er den außergewöhnlichen Lebensweg des bescheiden gebliebenen Menschen und engagierten christlichen Gewerkschafters und Politikers. 1896 in der Steiermark geboren und aufgewachsen, engagierte er sich nach seiner Tischlerlehre nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft, motiviert durch sein soziales Unrechtsempfinden, in der christlichen Gewerkschaftsbewegung. Dabei lernte er in Köln Barbara Wand aus Heiligenstadt kennen und gründete mit ihr 1921 eine Familie. Wie er sich in seiner neuen Heimat, im Eichsfeld, weiter beruflich, gewerkschaftlich und politisch engagierte, was er im Widerstand gegen die Nazidiktatur zu leiden hatte, mit welchen Hoffnungen er nach 1945 bei der Gründung der CDU Eichsfeld und Thüringen mitwirkte, wie er später, enttäuscht auch von eigenen Parteimitgliedern, sich standhaft gegen die Vereinnahmung durch die diktatorische Blockpolitik der SED wehrte, wegen seiner treuen Freundschaft zu Jakob Kaiser 1953 wie ein Verbrecher zu Zuchthaus abgeurteilt wurde und nach der Amnestie von 1956 seine letzten Jahre bis 1977 unauffällig in Heiligenstadt verbrachte, darüber informieren die 13 Ausstellungstafeln, die bis zum 8. Januar 2010 in der Villa zu sehen sind. (Eichsfelder Allgemeine, November 2009)
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Neue Vortragsreihe in Nordhausen
Auftakt informiert über Hugo Dornhofer
Den Auftakt einer Vortragsreihe der Jungen Union und Frauen Union Nordhausens am 27. Oktober 2009 im Kapitelsaal des Nordhäuser Doms bildeten Einblicke in das außergewöhnliche Lebensschicksal des christlichen Gewerkschafters und Politikers Hugo Dornhofer. Eine Ausstellung im Dom hatte bereits in den vergangenen Wochen darüber informiert. Vorbereitet wurde der Abend von Nachkommen der Familie Dornhofer.
Nach der Begrüßung durch Urenkel Martin Biesenbach informierte der Geschäftsführer der Stiftung Bernhard Schauer in einem Vortrag über Leben, Wirken und Bedeutung dieser Aunahmepersönlichkeit. Enkelin Christa Biesenbach zitierte aus den Aufzeichnungen Dornhofers von 1948, in denen er drastisch über die Brutalität der SS und das Leiden der Häftlinge im KZ Mittelbau-Dora berichtete. Er war dort von 1943 bis 1945 als Zivilarbeiter zwangsverpflichtet. Aus Sicht des Enkels schilderte anschließend Siegbert Dornhofer seine Wahrnehmung des Großvaters, über dessen Vergangenheit er erst nach 1989 aus Publikationen erfuhr. Urenkelin Claudia Heber schloss mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit weiterer Aktivitäten der Stiftung und warb für den sich jüngst gegründeten Förderverein.
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Vorsitzender Wolfgang Ruske während der Begrüßung |
Wanderausstellung im Grenzmuseum
Junge Leute zeigten sich interessiert
Eine Schulklasse aus Bad Sooden-Allendorf nutzte ihren Projekttag Anfang Oktober für einen Besuch des thüringisch-hessischen Grenzmuseums "Schifflersgrund" bei Asbach-Sickenberg und konnte somit auch an der Eröffnung der Ausstellung über Hugo Dornhofer teilnehmen.
Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler durch die Lektüre des Begleitheftchens auf den Inhalt der Ausstellung bestens vorbereitet, so dass sowohl Herrn Ruske bei der Begrüßung als auch Herrn Schauer bei der Einführung in die Thematik eine aufmerksame und interessierte Zuhörerschar gegenüber stand. Diese Form des Geschichtsunterrichts kam bei den jungen Leuten offenbar sehr positiv an.
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Der Gemeindesaal der kath. Pfarrgemeinde war Ort lebhafter Diskussion / Foto: Christian Habel, Thüringer Allgemeine |
Bundestagswahl 2009: Parteienkonzepte auf dem Prüfstand
Podiumsgespräch am 15.09.2009 in Mühlhausen
Die konzentrierte Moderation durch TA-Redaktionsleiter Jürgen Wand ermöglichte eine straffe Diskussion zu den Themenbereichen Steuer- und Energiepolitik, Afghanistaneinsatz der Bundeswehr, 20 Jahre friedliche Revolution und gesetzlicher Mindestlohn. Bei letzterem wurden von Vertretern des Handwerks und Unternehmern besonders die Konzepte von der LINKEN und Bündnis 90/Die Grünen kritisiert. Über die Folgen eines staatlich verordneten Mindestlohns gab es in der sehr emotional geführten Diskussion sehr kontroverse Standpunkte.
Als Gesprächsteilnehmer standen die Kandidaten der bereits im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien Manfred Grund (CDU), Andreas Klaschka (FDP), Joachim Schwiderke (SPD), Michael Hoffmeier (Bündnis 90/Grüne) und Alexander Scharff (Die LINKE) Rede und Antwort.
Weitere Fragen bezogen sich auf die Slogans der Wahlplakate der LINKEN, den niedrigen Milchpreis, Bundeswehr und Bildung.
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Die Podiumsteilnehmer erläutern ihre Vorstellungen |
Bundestagswahl 2009: Parteienkonzepte auf dem Prüfstand
Podiumsgespräch am 10.09.09 in Heilbad Heiligenstadt
Ein gut gefüllter Saal mit etwa 100 Bürgern bildete die Kulisse für ein Podiumsgespräch mit Bundestagskandidaten des Wahlkreises 189, zu dem die Stiftung und die "Thüringer Allgemeine" eingeladen hatten.
Moderator Thomas Müller erkundete zunächst die Meinung der Kandidaten zu den Auswirkungen der Landtags- auf die Bundestagswahl und leitete dann über zu der Frage, wie im 20. Jahr der Friedlichen Revolution der Stand der DDR-Aufarbeitung bewertet würde. Ein emotionsgeladener Schlagabtausch folgte, bei dem sich die Diskussionsteilnehmer und die Zuhörerschaft in diejenigen teilten, die die Erinnerungen wach halten und diejenigen, die diesen Teil der deutschen Geschichte ausblenden wollen. Stiftungs-Geschäftsführer Schauer wies darauf hin, dass die Stiftung weiterhin nach besten Kräften ihren Beitrag zur Aufarbeitung leisten wird.
Teils sehr kontrovers wurden anschließend die Themen Finanz- und Wirtschaftskrise, die sozialen Sicherungssysteme sowie der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr diskutiert.
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Ein eindrucksvolles Bronzerelief erinnert auch an Hugo Dornhofer |
Gedenktafel im Thüringer Landtag für Hugo Dornhofer
Landtagspräsidentin Prof. Dagmar Schipanski enthüllte im Landtagsgebäude die Gedenktafeln für drei Thüringer Demokraten, die aufrecht für eine freiheitlich-demokratische Grundordnung in der ehemaligen SBZ eingetreten waren und dafür mit Verfolgung, Haft oder Vertreibung bestraft wurden. Sie stehen stellvertretend für alle widerständigen Thüringer Politiker zwischen 1945 und 1952.
Neben den Relief-Bronzetafeln für Hermann Becker (LDPD) und Hermann L. Brill (SPD) wird nun im Herzen der Thüringer Demokratie auch an Hugo Dornhofer (CDU) erinnert, der 1950 aus Protest über die erzwungene Gleichschaltung der Parteien durch die SED sein Landtagsmandat niedergelegt hatte und später für Jahre ins Zuchthaus gesperrt wurde.
Gestaltet wurden die Tafeln von dem Thüringer Künstler Christian Paschold.
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Künstler Gunter Demnig und Christian Stützer |
"Stolperstein" erinnert an Hugo Dornhofer
Seit 10. August 2009 ist einer von weiteren 16 verlegten "Stolpersteinen" in Heilbad Heiligenstadt Hugo Dornhofer gewidmet. Der Künstler Gunter Demnig setzte den Stein in den Gehsteig vor dem Haus ein, in dem Dornhofer viele Jahre zur Miete wohnte. Die Inschrift auf dem Messingblech lautet: Hier wohnte Hugo Dornhofer, Jahrgang 1896, 1933 Berufsverbot, zwangsverpflichtet KZ Mittelbau Dora, 1944 verhaftet, überlebt.
Mit dem Projekt soll an die Schicksale von Verfolgten der NS-Diktatur erinnert werden. Herzlich zu danken ist dem stellv. CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Christian Stützer für sein großes Engagement bei der Vorbereitung und Begleitung des Projektes und den zahlreichen Spendern, die die Aktion finanziell unterstützt haben.
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Landtagsabgeordnete Carola Stauche, Minister Jürgen Reinholz und Maik Kowalleck
Foto: Pressebüro Bähring |
Wanderausstellung nun bis 6. August 2009 in Saalfeld
Saalfelds Bürgermeister Matthias Graul fand während seiner Begrüßung der Gäste anlässlich der Ausstellungseröffnung im Bürger- und Behördenhaus "Roter Hirsch" verbindliche Worte, die eine große Offenheit für das Anliegen der Ausstellung zum Ausdruck brachte.
Der Minister für Wirtschaft, Technologie und Arbeit betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit, besonders der jüngeren Generation immer wieder die Werte Freiheit und Demokratie vor Augen zu stellen. Hugo Dornhofer steht exemplarisch für ein Leben, das geprägt war von schmerzlichen Diktaturerfahrungen, Widerstand und politischer Geradlinigkeit.
Stiftungs-Geschäftsführer Bernhard Schauer ging, nachdem er kurz die Lebensstationen Dornhofers skizziert hatte, der Frage nach, was diesem Demokraten bewog, an seinem Ideal der freiheitlichen Demokratie festzuhalten, mit dem er in Zeiten der Diktatur unweigerlich scheitern musste. Es war zum einen die christliche Erziehung im Elternhaus, wo er Werte wie Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Treue verinnerlichte. Sein großes Unrechtsempfinden führte ihn zu den christlichen Gewerkschaften, um Rechte für die Armen und Entrechteten zu erstreiten. Nach der Zerschlagung der NS-Diktatur war er nicht bereit, der Errichtung einer neuen, kommunistischen Diktatur durch SED und SMAD widerstandslos hinzunehmen. Dieser "Märtyrergeist"war durch selbstlose Opferbereitschaft gekennzeichnet und ließ sich selbst durch Haft und Folter nicht brechen.
Abschließend dankte CDU-Kreisgeschäftsführer Maik Kowalleck, der das Projekt initiiert hatte, für die unbürokratische Unterstützung durch den Bürgermeister und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Das Thüringen-Journal informierte am Abend seine Zuschauer über die Veranstaltung.
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Minister Zeh und die Landesbeauftragte für Stasiunterlagen Neubert bei der Eröffnung |
Dornhofer-Ausstellung eröffnet
Auf großes Interesse stieß die Eröffnung der Wanderausstellung über den Demokraten und Gewerkschafter Hugo Dornhofer am 15. Juni 2009 in der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt. Dicht gedrängt standen die Gäste in der 1. Etage des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses, als die Landesbeauftragte für Stasiunterlagen Hildigund Neubert Minister Dr. Klaus Zeh und alle Gäste herzlich willkommen hieß.
Minister Zeh würdigte in seiner Ansprache die bewundernswerte Standhaftigkeit dieses Thüringer Politikers und unterstrich die Bedeutung von Demokratie und Freiheit. Jeder ist aufgefordert , sich bei der Bewahrung dieser Werte einzubringen.
Geschäftsführer Bernhard Schauer erinnerte an die Brutalität der von der SED beauftragten Staatssicherheit, die nicht nur Hugo Dornhofer mit aller Härte traf. Seinen Dank richtete er an alle Unternehmen und Institutionen, die das Projekt finanziell begleitet hatten.
Claudia Heber, Urenkelin Dornhofers, hob die wenig bekannten menschlichen Seiten ihres Urgroßvaters hervor, den sie als gütigen, hilfsbereiten und lebensfrohen Menschen schilderte. Mit dieser Ausstellung kann nun endlich auch einem größeren Publikum das Leben dieses Demokraten, eines Opfers zweier Diktaturen, nahe gebracht werden.
Die Wanderausstellung wird bis zum 15. September in der Andreasstraße zu sehen sein.
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Ministerpräsident Althaus und Kultusminister Müller besuchen den Stand der Stiftung |
Stiftung informierte beim Bildungssymposium über Angebote
Etwa 2500 Teilnehmer besuchten das 7. Thüringer Bildungssymposium in Erfurt, welches in diesem Jahr mit dem Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung" überschrieben war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Gespräche zwischen Schule, Wissenschaft, Trägern und Bildungspartnern.
Auch die Hugo-Dornhofer-Stiftung zeigte Präsenz und konnte Ministerpräsident Althaus und Kultusminister Müller am Ausstellungsstand begrüßen. Der Ministerpräsident zeigte sich sehr informiert über die Person Dornhofers, dessen kompromissloser Einsatz für Freiheit und Demokratie den nachfolgenden Generationen als Vorbild dienen kann.
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Der Drucker kontrolliert die gewünschte Fondfarbe des Umschlags |
Broschüre über Dornhofer im Druck
Eine kleine, handliche und informative Schrift gibt künftig Auskunft über das Lebensschicksal Hugo Dornhofers. In Anlehnung an das Konzept der Ausstellung wird damit dem interessierten Leser in knapper Form nahegebracht, was es in den totalitären Systemen des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland bedeutete, das jeweilige Regime abzulehnen und für Freiheit und Demokratie einzutreten.
Die Broschüre kann bei der Stiftung angefordert werden.
Unbeugsamer Demokrat in zwei Diktaturen - Hugo Dornhofer (1896-1977), Format 10x21cm, 12 Seiten Inhalt, Rückstichheftung
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Unternehmer Hermann Weber und Stiftungsgeschäftsführer Bernhard Schauer begutachten die Ausstellungswände |
Ausstellung über Hugo Dornhofer fertig gestellt
Nach wochenlangen Recherchearbeiten in Archiven, Gesprächen mit Zeitzeugen und Nachforschungen, die via Internet bis in den Geburtsort Hugo Dornhofers nach Oberfeistritz in der Steiermark führten, konnten die Text- und Bildvorlagen für die Produktion einer Ausstellung an die ausführende Firma xxl digitalprint übergeben werden. Kurzfristig und in bester Qualität wurden die 13 Stellwände produziert, die im Juni als Wanderausstellung ihren Weg durch Thüringen antreten. Die Ersteröffnung ist am 15. Juni um 13.00 Uhr in der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt.
Die Ausstellung zeigt ein deutsches Schicksal vor dem Hintergrund der totalitären Erfahrungen des zwanzigsten Jahrhunderts. Dornhofer lehnte vehement sowohl das NS-Regime als auch die nachfolgende stalinistisch geprägte Diktatur ab und nahm die damit verbundene Gefährdung seiner persönlichen Existenz bewusst in Kauf. Der überwiegende Teil der Ausstellung dokumentiert seinen kompromisslosen Widerstand gegen die Gleichschaltung der Parteien in der SBZ/DDR, der in einer mehrjährigen Zuchthausstrafe mündete.
Ein herzlicher Dank geht an alle Unterstützer, die dieses Projekt ermöglicht haben. Ein entsprechender Werbebanner wird die Ausstellung begleiten.
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Psychotherapeut und Liedermacher Dr. Karl-Heinz Bomberg |
"Unsichtbare Wunden - Politische Traumatisierung und Repression in der DDR"
Vortrag, Lieder und Gespräch am Montag, den 23. März 2009, in Schmalkalden
Referent: Dr. Karl-Heinz Bomberg
Bis auf den letzten Platz besetzt war die Aula der Fachhochschule in Schmalkalden, als der Berliner Psychotherapeut und Liedermacher Dr. Karl-Heinz Bomberg über die gewonnenen Erkenntnisse aus der Arbeit in der eigenen Praxis und der aktuellen Forschung innerhalb des Bereiches der psychotherapeutischen Medizin informierte.
Zuvor hatte Daniel Braun von der Konrad-Adenauer-Stiftung den Abend eröffnet, wobei er auf die von einigen Politikern jüngst unternommenen Relativierungsversuche des DDR-Unrechts einging.
Bernhard Schauer von der Hugo-Dornhofer-Stiftung schilderte anschließend am "Fallbeispiel" des DDR-Staatsfeindes Hugo Dornhofer die konkreten Repressionen und traumatischen Folgen, unter denen dieser Demokrat bis zu seinem Lebensende litt, zumal im SED-Staat faktisch keine therapeutischen Maßnahmen zur Linderung psychischer Folgeschäden geduldet wurden.
Dr. Karl-Heinz Bomberg stellte zu Beginn seines Vortrages klar, dass es ihm nicht um die Verbreitung von "Horrorgeschichten" ginge, sondern um die Darlegung des direkten Zusammenhanges zwischen diagnostizierten und bis heute wirkenden psychosomatischen Beschwerden, Depressionen , Ängste bis hin zu Suizidgedanken, und den Repressionen, die im SED-Regime auf einzelne oder Gruppen ausgeübt wurden. Dabei ging er besonders auf die Ursachen von Traumatisierungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen ein.
Eine oft angewandte Methode war die gezielte "Zersetzung" von Gegnern der SED-Diktatur, um das Selbstvertrauen und die persönlichen Beziehungen der Opfer zu untergraben und schließlich zu zerstören. Der autoritäre Machtanspruch der SED führte darüber hinaus zu einem gewaltigen Anpassungsdruck, der bei vielen in unverarbeiteten Ängsten weiter existent ist.
Strafrechtliche Repressionen wie Haftstrafen hatten eine persönlichkeitsverändernde Tiefenwirkung. Aber auch diejenigen, denen derartiges erspart blieb, die von der Stasi aber mit "operativen Vorgängen" belegt wurden, entdeckten eine "unsichtbare Wunde im Selbst". Viele dieser Wunden sind offen bis heute und meist nicht heil-, sondern nur linderbar. Die gesellschaftliche Anerkennung der seelischen Traumata ist für diesen Prozess von mit entscheidender Bedeutung.
Einige Lieder und Texte, in großer Eindringlichkeit vorgetragen, sowie ein nachfolgender Gedankenaustausch zwischen Zuhörern und Referenten bildeten den Abschluss eines bewegenden Themenabends, der von Prof. Dr. Jens Goebel souverän moderiert wurde.
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v.l.n.r. Bernhard Schauer, Georg Wamhof und Volker Lamprecht |
"Wehrlos und rechtloser als ein Tier."Das KZ Mittelbau-Dora 1943-1945Vortrag unter Verwendung historischen Filmmaterials am 05.02.2009 in Heilbad HeiligenstadtAuf großes Interesse stieß ein Vortrag, zu dem die Hugo-Dornhofer-Stiftung und die CDU Heilbad Heiligenstadt im Rahmen der Reihe "Gegen das Vergessen" in das Marcel-Callo-Haus nach Heiligenstadt eingeladen hatte.
Geschäftsführer Bernhard Schauer schilderte in der Einführung die konkrete Lebenssituation Dornhofers während der Zeit des Nationalsozialismus sowie sein vernichtendes Urteil als WiFo-Bauleiter über die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, denen die Häftlinge unter steter Todesgefahr ausgesetzt waren.
Im Hauptvortrag informierte Georg Wamhof, Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und ausgewiesener Kenner der Geschichte dieses Lagers, über die Verlagerung der Raketenrüstung aus Peenemünde und die Errichtung des unterirdischen Konzentrationslagers im Kohnstein sowie dessen Entwicklung von der Gründung bis zur Befreiung im April 1945. Über Zwanzigtausend Häftlinge fanden hier den Tod. Einen Eindruck vom Leid und Grauen, dem die Zwangsarbeiter ausgesetzt waren, vermittelten im Anschluss gezeigte historische Filmsequenzen.
Abschließend stellte sich der Referent den Fragen der Zuhörer und lud zu einem Besuch der Gedenkstätte bei Nordhausen ein.
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Frau Dr. Höpfinger von der Hanns-Seidel-Stiftung erläutert das Konzept der Ausstellung |
Ausstellung über Franz Josef Strauß eröffnet"Von der Leidenschaft, der res publica zu dienen" - Ausstellungseröffnung am 19.11.2008 in MeiningenIn Anwesenheit von Landrat Luther, Frau Dr. Höpfinger, Archivleiterin der Hanns-Seidel-Stiftung München, Herrn Siegbert Dornhofer, einem Enkel Hugo Dornhofers, und des Geschäftsführers der Hugo-Dornhofer-Stiftung Schauer wurde die Ausstellung "Von der Leidenschaft, der res publica zu dienen" in der Volkshochschule in Meiningen eröffnet.
Landrat Luther zeigte sich erfreut darüber, dass Meiningen als Ausstellungsort in Thüringen ausgewählt wurde und erinnerte daran, dass es dem Wirken und der politischen Weitsicht von Franz Josef Strauß zu verdanken war, dass sich Bayern vom "Nehmerland" zum "Geberland" entwickeln und bis heute in den vielfältigsten Bereichen als eines der erfolgreichsten Länder der Bundesrepublik etablieren konnte.
Frau Dr. Höpfinger ging in ihrer Einführung auf die inhaltlichen Schwerpunkte der Ausstellung ein. Dokumentiert wurden auf den einzelnen Tafeln Höhen und Tiefen seines politischen, aber auch persönlichen Lebens. Dabei unterstrich sie besonders seinen Einsatz für die Einzelschicksale von Menschen, die sich tausendfach hilfesuchend an ihn wandten, darunter etwa 10 000 allein aus der ehemaligen DDR.
Geschäftsführer Schauer dankte allen, die zum Gelingen dieses Kooperationsprojektes der Hugo-Dornhofer-Stiftung beigetragen hatten und betonte den Auftrag der Stiftung, politische Bildungsarbeit zu betreiben.
Strauß-Tochter Monika Hohlmeier hatte der Stiftung anlässlich der Eröffnung geschrieben: "... Auch heute gibt es in Deutschland und Europa viel zu tun, um die Maßstäbe wieder so zurecht zu rücken, dass die Menschen keine Angst davor haben müssen, dass in einem globalen Finanzmonopoli ihre Ersparnisse und ihre finanziellen Rücklagen zerstört werden. Mein Vater stammte aus einer Handwerkerfamilie, aus einem kleinen Familienbetrieb, einer kleinen Metzgerei in München-Schwabing. er hat seine Herkunft nie vergessen und auch nicht, was es bedeutet, mit seiner eigenen Hände Arbeit die Existenz zu sichern. Ich bin mir sicher, er würde auch zur heutigen Situation einiges zu sagen haben ..."
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In der Podiumsdiskussion wurde differenzierte Standpunkte vorgetragen |
Demokratie wird nicht in Frage gestellt15 Jahre Verfassung in Thüringen - demokratisches Bewusstsein auf dem Prüfstand Vortrag am 19.09.2008 in ErfurtAus Anlass des Jubiläums 15 Jahre Verfassung in Thüringen hatte die Hugo-Dornhofer-Stiftung nach Erfurt ins Comcenter zu einem Vortrag von Forsa-Gründer Prof. Manfred Güllner und zu einer anschließenden Podiumsdiskussion eingeladen.
Eine kürzlich erstellte Forsa-Studie, die in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin entstand und auf der Befragung von 6000 Personen beruht, beschäftigte sich vornehmlich mit der Untersuchung des demokratischen Bewusstseins in den einzelnen Ländern der Bundesrepublik.
Prof. Güllner stellte in seinem Vortrag viele Einzelergebnisse dieser Umfrage vor und konnte zusammenfassend darauf verweisen, dass über 98% der Befragten die gegenwärtige demokratische Staatsform nicht in Frage stellen und als die einzig richtige erkennen. Anlass zur Sorge bietet aber der weit verbreitete Unmut darüber, wie Politik betrieben wird; 53% sehen hier deutlichen Änderungsbedarf.
Festgestellt wurde eine abnehmende Bindekraft der Parteien, besonders der Volksparteien. Die Notwendigkeit der Existez der Parteien steht außer Frage, erwartet wird aber, dass sie ihre Funktion in adäquater Weise erfüllen.
Ein sogenannter "Linksruck" der Gesellschaft ist nicht nachweisbar, problematisch ist jedoch der hohe Anteil der Nichtwähler. Für Thüringen wurden die Aussagen mittels des erhobenen Zahlenmaterials einzeln untermauert. In diesem Zusammenhang vertrat der Redner die Auffassung, dass Landtags- und Bundestagswahlen stets terminlich voneinander getrennt werden sollten. Auch der Ruf nach mehr Demokratie findet in der Gesellschaft großen Widerhall, jedoch wenn es an die praktische Umsetzung geht und ein entsprechendes bürgerschaftliches Engagement eingebracht werden muss, sinkt die Bereitschaft dafür deutlich.
Abschließend bescheinigte Prof. Güllner sowohl den alten als auch den jungen Ländern, dass es sich faktisch nicht um eine Demokratiekrise, sondern um eine Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise in der Gesellschaft handelt. Die Menschen vermissen Orientierung gerade angesichts der gewandelten Rahmenbedingungen einer globalisierten Welt. Sich dieser Hoffnungen und Erwartungen anzunehmen bleibt eine der wichtigsten Aufgaben der Politik.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben dem Referenten Parteienforscher Dr. Oppelland, Dr. Hahn (CDU), Kreisvorsitzender Weber (B`90/GR) und Landesvorsitzender Barth (FDP) teilnahmen, wurden verschiedene Teilaspekte vertieft. Fragestellungen und Beiträge aus dem Publikum verdeutlichten das Interesse an einem Thema, dem sich die Stiftung besonders verpflichtet weiß.
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In einer Gesprächsrunde wurden Erinnerungen an Hugo Dornhofer ausgetauscht |
Stiftung gedenkt Märtyrer der DemokratieAuftaktveranstaltung zur Aufnahme der Stiftungstätigkeit am 02.09.2008 in Heilbad Heiligenstadt Schikanen und Repressionen unter den Nationalsozialisten, Unterdrückung und Stasihaft während des SED-Regimes: trotzdem verlor er nie den Glauben an sein höchstes Ideal - die Demokratie. An Hugo Dornhofer erinnerte eine Gedenkveranstaltung, auf der die nach ihm benannte Stiftung sich und ihre Tätigkeitsfelder vorstellte.
Zahlreiche Familienangehörige und Freunde Dornhofers, aber auch viele Vertreter von Parteien, Vereinigungen, politischen Bildungswerken und Gedenkstätten waren der Einladung ins Marcel-Callo-Haus nach Heilbad Heiligenstadt gefolgt, um einem aufrechten Demokraten und Opfer beider deutscher Diktaturen die Ehre zu erweisen.
In einer gemeinsamen Andacht in der Hauskapelle des MCH unter Leitung von Diakon Johann Freitag erinnerte Claudia Heber, eine Urenkelin Dornhofers, in Vertretung ihres Bruders Vikar Thomas Gehlfuß an die Gemeinsamkeit von Politik und Glauben: beides lebt vom Zeugnis des Einzelnen und Gesichtern. Die Kraft zum Widerstand, die Kraft zum Gestalten und die Kraft zum Vergeben kam nicht aus Hugo Dornhofer selbst, sondern aus seinem Vertrauen zu Gott, der für ihn immer letzte Instanz war. Auf dieser Ebene kann auch die Stiftung einen Beitrag leisten, in dem sie auf christliche Werte verweist und diese stärkt.
Nach der Begrüßung der Gäste durch die Vorstandsmitglieder Claudia Heber und Gerhard Jünemann im Großen Saal würdigte Ministerpräsident Dieter Althaus ausführlich die Lebensleistung und das Besondere Dornhofers: "Er war ein Christdemokrat aus Leidenschaft. Er glaubte an die Menschen, an die Freiheit und an die Demokratie. Und das alles ganz ohne Pathos. Er war ein bescheidenes Vorbild ... Ich freue mich, dass wir diese Stiftung haben und ich denke, dass sie ihre Ziele erreichen wird, weil der Mann, der dieser Stiftung den Namen gibt, einen Nachlass hat, der nicht nur auf Fotos und Papier anzuschauen und nachzulesen ist, sondern der in dieser Gesellschaft, die wir alle erleben dürfen nach 1989/90, gute Früchte trägt."
In einer von Ilka Kühn moderierten Gesprächsrunde, an der Familienmitglieder und Biograph Thomas Speckmann teilnahmen, erhielten die Gäste einen kleinen Einblick in das Familienleben Dornhofers. Trotz seines schweren Lebensschicksals ist er den Angehörigen als liebe- und humorvoller Mensch in Erinnerung geblieben. Deutlich wurde auch etwas von der bedrohlichen Atmosphäre, die alle Familien zu ertragen hatten, in deren Mitte ein „Staatsfeind“ lebte. Speckmann, der 86 Tagebücher, die Dornhofer hinterließ, gelesen und ausgewertet hatte, verfasste 2002 im Rahmen einer umfangreichen Dissertation die „Biographische Studien“. Thomas Heddergott, Mitverfasser des bereits 1996 erschienenen Titels „Hugo Dornhofer: Gewerkschafter und Politiker – Verfolgter in zwei Diktaturen", war ebenfalls unter den Gästen und konnte mit seiner Einschätzung der Lebensleistung des Gewerkschafters Dornhofer, dessen politisches Agieren auf der katholischen Soziallehre gründete, weiteres zum Verständnis beitragen. Anschließend erläuterte Geschäftsführer Bernhard Schauer anhand des Stiftungsauftrages "Erinnern - aufarbeiten - vermitteln" die Schwerpunkte der Bildungsarbeit an konkreten Beispielen.
Gern nahmen die Gäste die Einladung zum Empfang an und nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Meinungsaustausch. Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag von Mitgliedern des Eichsfelder Kammermusikkreises. Das "Thüringen-Journal" des mdr informierte seine Zuschauer am Abend über die Veranstaltung.
Vor der Festveranstaltung im Marcel-Callo-Haus wurde eine Gedenktafel am Wohnhaus Dornhofers im Holzweg enthüllt. Hier lebte er mit seiner Familie, bevor er 1952 auf dem Weg zum Gottesdienst von Beamten der Staatssicherheit verschleppt und für Jahre seiner Freiheit beraubt wurde.
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